Wahre Liebe


Eine zünftige Seite über Selbstfindung muss auch ein Wort über die Liebe verlieren, nicht?

 

Tja, 'wahre Liebe'. Gibt es sie, gibt es sie nicht?

 

Wahr sind ja wohl alle Lieben, denn sie SIND alle. Aber das, was gemeint ist, gibt es das?

Gibt es 'die Eine, den Einen'?

 

Fragen sie sich das ehrlich selbst! Was ist da in ihnen? WER ist da in Ihnen? Gibt es (den) einen Menschen, der anders ist als alle anderen, den oder die sie getroffen haben? Der (oder die) Ihre bloße Existenz nur durch seine oder ihre ANWESENHEIT erschüttert hat? Wo der bloße ANBLICK Wirbelstürme auslöst? Den oder die man so sehr wollte, dass man sie oder ihn nicht mal BEGEHREN konnte?

 

Ich sage ihnen - das gibt es!

 

Er oder sie ist, wenn er oder sie denn schon vorübergezogen ist, in sich so schwer zu finden... denn wieder steht ALLES auf dem Spiel, alles in Frage, Gleichgewicht, Sinn, das ganze Leben!

Was, wenn es diesen Menschen tatsächlich GIBT? Was, wenn er an mir vorüber gezogen ist, wenn er mir durch die Finger geglitten ist, aus Schmerz, Angst und Eitelkeit? Wenn mir nach 30 Jahren klar würde, WER ES IST?

Und ich bin woanders?

Das ist kaum zu ertragen.

 

Die persönliche Vernichtung, die bei der Erkenntnis der einen Liebe droht, ist existenziell! Deshalb, deshalb lassen sich die meisten nicht darauf ein, sie zu erkennen. Sich selbst sehen zu lassen, wer die wahre Liebe ist!  Nur verrückte halt.

Dabei hat JEDER VERDIENT ES ZU WISSEN!

Jeder hat verdient, sie zu LEBEN! Aber wir sind noch nicht bereit, als Volk wie als Menschheit, wir sind noch zu zerstörerisch, zu eitel, zu egoistisch, um diese wahre Liebe leben zu dürfen. Jedenfalls in der Masse. Es ist einfach zu gefährlich...

Ich kann ihnen sagen, wo sie höchstwahrscheinlich zu finden ist:

 

Sie werden hineingeboren in ihr Umfeld, der erste sexuelle Akt die Geburt, zugehörig zu ihrer ersten Gruppe, den Eltern, Halt und Geborgenheit gebend, wie diese es können und gelernt haben. Sie, als Kind, wachsen auf und nehmen an, was die Eltern zu geben haben.

 

Die Pubertät kommt mit Macht, wirft alles durcheinander! Waren die Eltern unantastbar, sind sie jetzt fragwürdig... Wohin? Woher bin ich, wohin will ich? Wo ist Heim? Wo ist mein Zuhause? Die Eltern sind es plötzlich nicht mehr...

 

Irgendwo in dieser Zeit, in diesem Prozess der Abnabelung, hat ein Mensch Ihren Weg gekreuzt.

Eine erschütternde Begegnung. Leise alles verändernd. Es war damals, weil sie darauf GEWARTET haben, ohne es zu wissen! Es ist so EINGERICHTET. Sie haben in der Pubertät nach einem Menschen GEHUNGERT, der die Lücke, die gigantische Lücke, die in ihrem erwachsen werdenden ICH entstanden war, gänzlich füllen konnte. Und er war da. Er oder sie WAR DA!

 

Es gibt sicher absolut gesehen viele, die diesen Platz hätten einnehmen KÖNNEN. Es MUSS an nahezu jedem Ort, an dem man aufwachsen kann, diesen potenziellen PARTNER geben. Doch aus dem Inneren gesehen, aus IHNEN, muss man von einer schicksalhaften Begegnung sprechen. Es KONNTE nur er oder sie sein, er oder sie, auf den sie bei der ersten bewussten Begegnung EINGERASTET SIND! Es ist ein PROGRAMM, es geschieht PROGRAMMATISCH, wir sind die Marionetten des genetischen Codes, wir SOLLEN das Leben, aber wir sind DURCH den Code ausgestattet mit etwas, was uns das nackte Überleben sichern soll: die Angst.

 

Und so zieht der Mensch, die wahre Liebe, bei den meisten - vorbei.

 

DAS wahre Gefühl geht vorbei.

 

Wenn sie den Mut haben, gehen sie mal zurück in der Zeit. Wenn sie Kinder haben, die mal Fragen, 'Du Mami, gab es vor Papi mal einen Mann?', es ist lang her, keine Gefahr, 'Ja, Schatz, weisst du, damals auf der Schule, (oder in der Ausbildung) da war mal einer...'.

 

Das ist er.

 

Es waren natürlich viele auf der Schule! Mit wie vielen war man zusammen? Wie oft hat man rum probiert? Aber seinem Kind sagt man, 'Da war mal einer...', (oder eine) und denkt leicht wehmütig, weil man sich nicht klar macht, was man da sagt, zurück. Aber es ist nur ein Schleier vor den Augen. Man denkt nicht an die Blicke, die einen verbrennen konnten, die Sehnsucht, den Schmerz. Vielleicht hat man sich gesagt, 'Nicht nochmal, nicht so nah, nicht so tief...die wahre Liebe ist nur ein Traum...kindisch...'

 

Das ist er.

Das ist sie.

 

Sie wissen es, irgendwo tief in ihnen ist diese (wieder) Entdeckung verborgen! Es ist unbewusst! Es ist ein Programm! Also hat dieses Programm JEDER durchlaufen müssen! Jeder ist irgendwann, am wahrscheinlichsten in der Pubertät, gebrandmarkt worden! Weil es dann ZEIT ist, es zu durchlaufen!

 

Wurde gebrandmarkt und HAT gebrandmarkt...? Kann es sein, dass er oder sie tatsächlich MICH wollte? Mich? Vielleicht so wie ich ihn...? Gott, mein Gott...

 

Das ist er.

Das ist sie.

 

Wir sind wohl noch nicht soweit. Zu gefährlich. An die, die das Leben dürfen: tut es BEWUSST! Seid euch klar, WAS IHR DA HABT! An die anderen: Es ist in euch. Irgendwo in euch, es hat keinen Sinn, zu lügen. Dochdoch, sicherer ist, das Geheim zu halten.

Aber wozu leben wir?

WOZU LEBEN WIR?

Um uns in die Tasche zu lügen? Um zu tun, was wir NICHT wollen?

Gott, wie könnte es sein...wie könnte es sein.

Wenn wir das am tiefsten verankerte Programm wahre Liebe als Erfüllung sehen wollen, und nicht als das in letzter Konsequenz würdeloseste, dann ist dieser Mensch die Erfüllung!. Nicht wir haben uns den Partner ausgesucht, sondern unser genetischer Code, unser Immunsystem. Aber es wird der nächste Schritt sein, soweit in sich vorzudringen, diesen Partner zu finden. Und dieses Programm zu leben und auszukosten und zu genießen, in einer Weise, die man sich nicht vorzustellen wagt.

 

In den vermutlich meisten Fällen "zerlebt" man das. Angst und Scham und vielleicht auch Eitelkeit verhindern das Ausleben dieser Liebe und irgenwann sprechen zuviele "Gründe" dagegen. Dann wird unbewusst drumherumgelebt, sich gefragt, warum suche ich bloß immer den Typ? Das kann Vatertyp oder Muttertyp sein, oder eben diese erste, wahre Liebe.

 

Wenn man diese auch und gerade im Unterbewussten überwinden will, muss man sie sich erst gänzlich bewusst machen. Und ich weiß nicht, ob ich das wirklich empfehlen soll, weil das eine gefährliche Angelegenheit ist! Ohne Beistand kaum zu ertragen. Oberflächlich betrachtet, ein Grund aufzugeben.

Aber nur oberflächlich, denn es ist das tiefste und letzte PROGRAMM vor der Freiheit! Dieses Beiseite zu legen und nicht mehr laufen zu haben ist eine grundsätzliche BEFREIUNG von einem unbewussten Zwang geradezu. Aber diese Befreiung kann auch schiefgehen, also Vorsicht, wenn man diesen Weg einschlagen will!

 

Auf dem Weg zu Nirvana wird irgendwann und irgendwie, auch zwangsweise während des Todes, dies in jedem Fall getan werden, wenn die Wahrheit über einen hereinbricht und alle Masken abnimmt. Wenn man es schafft, die wahre Liebe im Leben schon zu erreichen, auf eine zumindest sanftere Tour, dann kann man nur gratulieren, denn dann ist ein wirklich schönes Leben möglich!

 

Wenn man sie überwinden und loslassen muss, ein FREIES.