Was will ich? - Grundlagen


Robert Lembke Synonym der Frage: 'Was bin ich?'
Ob er es sich auch gefragt hat?

Kapitel 1

 

 

Was will ich?

 

Was bin ich?

 

 

Wenn man diese Frage beantworten will, kann man das 'Ich' in drei Begriffe teilen, die so scheinen, als ob sie dasselbe meinen, hier aber nicht tun. Es sind drei zentrale Begriffe, um mit ihnen arbeiten zu können, müssen sie aber genau definiert werden, damit wir dasselbe meinen:

 

Ego, Selbst und Ich 

 

 

Die allumfassenden Fragen: 'Wer bin ich?' oder 'Was will ich?' sind leicht, aber erstmal unbefriedigend zu beantworten:

'Ich bin, was ich bin. Und ich will, was ich wil.l'

JA ABER WAS BIN ICH DENN??? DU ARSCH!

 

Ich, jeder, SIE, sind, was IN IHNEN IST! Die Gesamtheit ihrer inneren Ereignisse - das SIND sie! und dort finden Sie, was Sie wollen.

 

Das ist alles.

 

Sie sind das, was sie DENKEN.

Sie sind das, was sie FÜHLEN.

Sie sind das, was sie WAHRNEHMEN.

Punkt.

Die Welt entsteht für Sie IN IHNEN. Nirgendwo sonst KANN etwas anderes für Sie sein. Über alles, was Sie WAHRNEHMEN, KANN es keine letzte Sicherheit geben. Sie INTERPRETIEREN in sich das, was Sie wahrnehmen. Das mag nach Hardcorephilosophie aussehen, ist aber praktisch und sinnvoll, um sich selbst, und dadurch alle anderen, realistisch einzuschätzen! Was bin ich? Ich bin, was in mir passiert. Ich bin, was in mir ist. Ob mir das bewusst ist, oder noch nicht...

Sie sind das.

Ich bin das. 

Das bin Ich.

Das 'Ich' ist also die GESAMTHEIT DER INNEREN ERLEBNISSE. Alles was ist. Alles das bin ich und sind Sie.

 

Das Ego ist davon ein TEIL, nämlich der, welcher (im Folgenden erklärt) PROGRAMMATISCH im Ich angelegt ist. Psychologische Reflexe und Automatismen sozusagen.

'Warst du das?' - 'NEIN! Was fällt dir ein...'

Natürlich waren sie das, aber ein Überlebensreflex LÄSST sie sagen: 'Nein, was fällt dir ein...'. Sie werden sehen, wie weit und wie tief diese Programme ins Ich eingebaut sind. Und die Gesamtheit dieser Programme, (was das genau sind, wird noch deutlich), wird hier das EGO genannt.

'Ich MUSS... ich KANN nicht anders...ich darf...ich darf NICHT...'etc.

 

Das Selbst ist schlicht die Subtraktion:

 

Selbst = Ich - Ego

 

Bei der Beantwortung der Frage: 'Was bin ich?', kommt man irgendwann an die Stelle, wo man selbst ENTSCHEIDET, was man ist, und was nicht (mehr). Wenn man im Idealfall alle Programme abgeschaltet hat, bleibt nur noch das Selbst übrig.  

Stellen sie sich vor, was das sein könnte, was das bedeuten könnte!

Was bin ich dann?

Bin ich vielleicht DANN ERST das, was man 'Mensch' nennen kann?

 

 

 

 

 

Kapitel 2

 

 

Beginn der Verwicklung

 

 

 

Wir werden HINEINGEBOREN in eine Flut aus Details. Eine Flut, die kaum überschaubar ist. Die widersprüchlich scheint. Die oft genung 'schlecht' scheint.

 

Wir werden in den DUALISMUS hineingeboren. 

 

Ich, bzw. SIE und der REST. Sie und die Welt um sie herum. Sie und die Welt. Das ist der Widerspruch, dem wir ALLE bis zum Tode unterliegen, was oft genug die seltsamsten Blüten treibt.

Weil nicht darüber gesprochen wird! Weil darüber verschämt geschwiegen wird! Weil die Antworten auf die Frage nach dem 'Was bin ich? Was will ich?', UNBEQUEM sind! Weil sie WEH TUN.

Schlicht und einfach.

Es wird nicht besprochen, dass da eine INNERE Welt ist, die nicht kommuniziert wird und dadurch immer GEHEIMER wird im Laufe der Zeit. Wenn jemand dabei erwischt wird, wenn er etwas wirklich macht, was NATÜRLICH in dieser geheimen Welt passiert und er dann GEKREUZIGT wird... ist es doch nur natürlich, wenn man seine geheime Welt auch GEHEIM hält, nicht? Und nicht darüber spricht.

'Was bin ich und was will ich? Auf jeden Fall NICHTS schlimmes, oder monströses...!'. Doch mit dem Gedanken muss man sich anfreunden, dass IM ICH AUCH alles mögliche schlimmes und monströses stattfindet! Praktisch dafür ist das Konstrukt des Unterbewusstseins. Das ist irgendwann so geheim, dass man es selbst aus dem Bewussten streicht... und es irgendwann das 'Unterbewusste' wird. Es wird gedacht, aber sofort wieder 'vergessen'. Und wenn nicht, verleugnet.

Was will ich eigentlich ganz tief drin? 

 

Dieser Zweispalt, der für so viel Leid verantwortlich ist, muss aufhören. Aber dafür müsste er erst erkannt werden...

Dieser Zweispalt bedeutet für das Innere eine immer weiter und tiefer gehende VERWICKLUNG.

 

 

 

 

 

 

Kapitel 3

 

 

Festwerden

 

 

Sie, ich und alle werden in die Details hineingeboren. Eine Flut von Details, die man SCHEINBAR nicht unter einen Hut bringen kann. Hineingeboren in die Strategien und Mechanismen und die Traumata der LEHRER (Eltern, Großeltern, Geschwister, Lehrer etc...). In der Phase des bedingungslosen Annehmens, werden diese Strategien und alles Ungelöste völlig unreflektiert vom Kind ABSORBIERT! Es wurde seine Strategie und sein Ungelöstes. Es wurde IHRE Strategie und IHR Ungelöstes! Als Sie dann soweit waren, die Gedanken anderer zu Filtern, zu reflektieren und zu analysieren, war es zu spät. Sie können es zwar jetzt, und TUN es, aber nicht RÜCKWIRKEND, bezogen auf eben ihre Lehrer, wer auch immer das war. Es geschah unbewusst und tiefgreifend! Das nicht reflektierte Gelernte wird fest und dann hart. Es ist widersprüchlich und das WISSEN Sie, doch Sie sind nicht oder kaum in der Lage, sich rational davon zu befreien. Es HAT Sie.

 

Lassen sie das nicht so bleiben!

 

Sonst werden Sie keine Antwort auf die Frage nach dem 'Was will ich?' finden!

 

Kapitel 4

 

 

Ebenen des Individuums

 

 

 

Die Komponenten der Formel (Selbst = Ich - Ego), werden durchdrungen von drei EBENEN.

Das offen Sichtbare. 

Das Verheimlichte. 

Das Verleugnete. 

Diese Ebenen schillern durch die Teile der Formel und durch die ganze Formel. Die Formel UND die Ebenen bilden zusammen die Gesamtheit des Menschen! Wenn man dann noch hinzurechnet, dass jede Ebene zwei Pole hat, nämlich Gelogenes und Wahres, wird in dieser relativ einfachen 'Formel' die ganze Komplexität eines Menschen sichtbar.

Sichtbares ist, was im Kontakt mit anderen gezeigt wird/werden kann/werden darf, ohne vor Scham im Boden zu versinken.

 

Verheimlichtes ist solches, was NICHT erkannt werden darf. Von anderen, selbst ist man sich dessen, was dort ist, bewusst.

 

Verleugnetes ist solches, was nie, NIE nach außen dringen darf und gleichzeitig unbewusst ist. Verleugnet und verdrängt, damit es nicht das Bewusstsein (hier das EGO) zerstören kann.

 

 

 

 

 

 

Kapitel 5

 

Teil 1

 

Teil 2

 

Teil 3

 

Teil 4

 

Teil 5

 

 

 

Wie ist die Situation zu verändern? Warum überhaupt?

 

 

Wie heißt es? 'Ich bin wie ich bin!' Basta! Ein freundlicher, wirklich gutgemeinter Rat ist oft: ‚Bleib, wie du bist!‘

Für mich ist das, na ja Beleidigung wäre zu viel gesagt, aber zumindest kontraproduktiv!

Über Veränderung grundsätzlich ist wohl alles gesagt, die einen sagen, 'Veränderung ist alles...!', die anderen, dass Veränderung nur schadet. Die einen sagen, sie sei nie zu Ende, die anderen, es gäbe sie gar nicht.

Für mich ist Veränderung einfach eine Tatsache. Dazu müsste man nur seinen Blick erweitern, über die kleinen Miniaturmaßstäbe des Individuums, über die der Familie, der Stadt, des Landes, und irgendwann die des Planeten, des Raumes. Der Zeit. 

 

Es ist nur für uns selbst eine Welt, deren Mittelpunkt wir sind. Aber es ist wichtig, die Maßstäbe zu verändern, um überhaupt über sich selbst hinaus blicken zu KÖNNEN .

'Was zu klein, oder zu kurz ist, um für mich wichtig zu sein, IST auch nicht wichtig.' 

So ist der Mensch im Allgemeinen. Aber es rückt die Stellung des Menschen im All erst mal gehörig zurecht, wenn man diese Arroganz verlässt. So wird sich die Unendlichkeit zeigen. So wird sich die Zeitlosigkeit zeigen. So wird sich die Ewigkeit zeigen, deren Teil wir sind. Bin ich wirklich der Mittelpunkt des Universums? Oder was bin ich...? Und was, ja, was will ich hier?

 

 

Folgende Betrachtungen rücken das Selbstbild schon ziemlich zurecht:

 

 

1. Teil

Micro und Macrokosmos

 

 

Wir werden in eine 'humanozentrische' Welt hineingeboren, in eine Welt, die nur die menschlichen Werte, Größen, und Interessen beachtet. Wer sich selbst 'finden' will, muss vorher diese Erdung verlassen. Wie soll sonst eine möglichst objektive Einordnung des Körpers und der 'Seele', (im Neoformismus 'Anwesenheitsraum, s.dort,' genannt), im Universum stattfinden können? Wenn sie wissen wollen, wo sie in jeder Beziehung stehen, dann darf das menschliche Maß nicht mehr ALLEIN Maßstab sein. Die Welten, Wesen, Anwesenheitsräume DRUMHERUM müssen in die Rechnung miteinbezogen werden.

 

Mikrokosmos, (die Unendlichkeit ins 'Kleine') und Makrokosmos, (die Unendlichkeit ins 'Große'), müssen anerkannt und beachtet werden. Wie sehr rückt es die eigene Stellung zurecht, wenn sie sich in eine Ameise hineinversetzen und ihr die gleiche Bedeutung als Individuum geben können, wie sich selbst?  

 

'Waaas? Ameise...? Ist doch völlig bedeutungslos...!'

 

Genauso, wie wir dann für Wesen bedeutungslos wären, die einfach nur 1000 Mal so groß wären, wie wir? Das fast punktförmig kleine Wesen, dass über den Tisch läuft, das wir ohne einen Gedanken zermatschen... Wieso hat das eigentlich kein Recht zu leben? Wieso habe ich eigentlich das Recht, ein Lebendes Wesen, das Entscheidungen trifft wie ich, zu zerdrücken? Nur weil ich glaube, dass es keine Bedeutung hat?

Die Reisen ins 'Große' und 'Kleine' machen die rührende, brutale Egozentrik des Menschen sichtbar. 

 

Als 'Menschheit', als Volk, als Religion, als Fußballverein - was für uns nicht von Bedeutung ist, HAT keine Bedeutung!

Als Individuum? Was für MICH keine Bedeutung hat...?  

 

So können wir nicht mehr weiter machen! Wir nennen uns 'Menschen', sind aber zu großen Teilen ohne Zweifel noch sehr im Tier verhaftet.

 

Die, absolut gesehen, Unwichtigkeit der Menschheit, des Volkes, der Religion, des Vußballvereins, von MIR, von IHNEN, vor der Unendlichkeit ist erschütternd und KANN die Egozentrik gehörig ins Wanken bringen.

Verstehen sie mich nicht falsch, es ist genauso unsinnig, NUR diese Sicht zu haben, aber ALLE Aspekte, die das Menschsein ausmachen, müssen in der Gleichung auftauchen, sonst befindet man sich in einem Zerrbild, dass niemanden zufrieden stellen kann.

 

 

 

 

Kapitel Anfang

2.Teil

Feindbilder

 

 

Aus unserer Entwicklungsgeschichte heraus sind wir aufs ÜBERLEBEN getrimmt. Der genetische Code in uns, dessen AUSDRUCK unserer Körper und die 'Seele', also die Programme in unserem Ich sind, MUSS ÜBERLEBEN! Aus der Sicht 'des Lebens'. Dazu gehört Gewalt. Dazu gehört Sex. Dazu gehört Macht. Und das in allen Variationen und Kombinationen. Aus den Gegebenheiten heraus, mussten Gruppen gebildet werden, um die Überlebenschancen zu erhöhen, diese mussten sich wiederum gegen andere behaupten und schon haben wir den schönsten Krieg. Individuen mussten sich in diesen Kriegen gegen andere Individuen behaupten und schon haben wir Hass und Feinde. Und Neid, wenn der andere oder die andere Gruppe 'besser' dasteht. 

 

Man kann sich ein Leben ohne 'Feinde' kaum vorstellen, die Idee, seine Feinde LIEBEN zu sollen, wird sogar viele Christen überfordern...

Irgendwann wird aber wird jeder erkennen, dass es nur EINEN Feind gibt.

Sich selbst. Das EGO. Der 'FEIND' hört augenblicklich auf, ein Feind zu sein, wenn ich ihn VERSTEHE. Aber daran haben die wenigsten irgendein Interesse...

 

 

Kapitel Anfang

3. Teil

Motive

 

 

Um das Bild des 'Feindes' überwinden zu können, genügt im Grunde nur eine einzige Aktion, ein einziger Vorgang:

 

Ich muss den 'Feind' verstehen. Das ist alles.

 

Wenn ich meinen Feind VERSTEHE, ist er augenblicklich kein Feind mehr, KANN er augenblicklich kein Feind mehr sein, weil ich mich selbst in ihm sehen muss. Wenn ich mich abstrahiere, wenn ich über MEINE Gruppe, MEIN Land, MEIN Volk, MEINE Religion, MICH, hinauswachse und anfange, den ANDEREN verstehen zu WOLLEN, dann kann ich nicht mehr anders, als nur jemanden zu sehen, der versucht zu überleben und nach Glück und Wahrheit zu streben. Wie ich. Wie Sie. Jeder auf seine Weise und wenn IHRE Art und Weise zu überleben eine Berechtigung hat, dann hat das JEDE!

 

Wenn Sie jetzt den Impuls haben, zu sagen: 'Wieso, der macht das ja auch nicht, blah, blah...', dann fragen sie sich doch, WIESO er das nicht macht. Hat der keinen Grund dazu? GEBEN sie ihm einen Grund? Oder geben sie ihm vielleicht überhaupt KEINEN Grund dazu?

 

Jeder Mensch ist geworden, irgendwie so geworden, GEMACHT worden, durch alles, was er VON ANDEREN gelernt hat und was er sich AUFGRUND DESSEN selbst beigebracht hat. Es gibt für ALLES einen Grund, wenn man menschliches Handeln meint. Und wenn IHRE Begründungen zählen sollen, müssen die der anderen auch zählen!

 

 

 

Kapitel Anfang

4.Teil 

Veränderung

 

 

Veränderung ist eine Tatsache. Von Anbeginn IST VERÄNDERUNG. Überall. Immer. Auch in Ihnen. Der Körper verändert sich, solange er existiert. Die Haut ist alle 30 Tage komplett erneuert, das gestrige Sperma war der vortägige Joghurt, das von morgen wird die heutige Banane sein. Alles wird immerwährend ausgetauscht. Sie sind morgen nicht mehr derselbe wie heute, das ist definitiv so. 

Nur da, wo die Veränderung am dringendsten gebraucht würde, im INNERN des Menschen, im ICH, da wird sich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt! 'Sich' sind aber in diesem Fall nicht 'Sie', sondern das ist der Auftrag des genetischen Codes.

'Nein, denk darüber nicht nach...das ist zu gefährlich...du weißt gar nicht was das bedeutet und was danach kommt. Tu das nicht...', so flüstert er und der verzweifelte Mensch irgendwo da drin LEIDET an der Situation und an seinen Gedanken und Gefühlen, aber er HÖRT AUF DEN CODE. Er lauscht andächtig den Einflüsterungen und Ausreden des Codes und macht sich selbst dann bereitwillig glauben, ja alles zu versuchen... aber macht in Wirklichkeit mit aller Kraft alles, um es so zu lassen, wie es ist.

Deswegen MUSS das Unbewusste bewusst werden, es muss, um diesen Mechanismus aufbrechen zu können.

Verändern sie ihre Gedanken!

'Hä...? Wie soll ich denn...das geht doch gar nicht...ich kann doch nicht einfach...was bin ich denn, Buddha, oder Jesus...', GENAU DAS ist das 'Gerede' des Codes. Das ist der Mechanismus des Überlebens.

'Es funktioniert doch, wie es ist, es kracht zwar überall im Gebälk, aber es geht doch! Warum soll ich dann...'

Ist es GUT, wie es ist? Sind sie ganz persönlich GLÜCKLICH mit dem, wie es ist? Klar, es geht. Aber mit ein wenig gesundem Menschenverstand kann es TAUSEND MAL BESSER GEHEN! Das einzige, was nötig ist, ist Veränderung. Gezielte, geplante Veränderung. Das ist alles.

 

 

 

Kapitel Anfang

5.Teil

Überleben oder Leben

 

 

Wenn Sie manchmal das Gefühl haben, nicht zu leben, oder nicht GENUG zu leben, oder nur irgendwie zu ÜBERleben, dann trifft das den Kern. So, wie wir in diese Welt hineingeboren werden, mit der Diskrepanz zwischen dem, was wir innen SIND und nach außen SCHEINEN, mit diesem Widerspruch sind wir scheinbar ganz allein. Niemand sonst scheint das zu stören. Niemand sonst scheint das alles in sich zu haben, was ich (und Sie?) in mir habe...

So leide ich an MIR SELBST, an meinem Inneren, an dem, was ich scheinbar nicht sagen kann, fühlen muss, denken muss. An der Antwort auf die Frage: Was will ich? An dem, was da noch ist, tief, tief drin...was niemals herauskommen darf, weil ich sonst gesteinigt werde...

So drückt man das weg. 

Und überlebt.

Man lebt nicht.

Wenn Sie vom Überleben zum LEBEN wollen, MUSS das weg, MUSS das raus, MUSS das erkannt und AKZEPTIERT werden! Das verleugnete Unbewusste muss bewusst werden, sonst kann es nicht verarbeitet werden, sonst ist es für immer da und verhindert ein Gefühl der inneren Freiheit und des Glückes.

'Freiheit...Glück...was ist das? Gibt es das überhaupt...? Ach...', flüstert der Code.

Das gibt es! 

Und ich kann ihnen auch sagen, was das ist. Ohne Schwammigkeit und Ausflüchte.

 

Freiheit ist in seiner inneren Welt keine Denkverbote mehr zu haben.

 

Das Unbewusste, Verleugnete, Ignorierte, alles 'Schlechte', Eklige, Dumme, Fehlerbehaftete, das in uns rumdümpelt oder irgendwann vulkanartig ausbricht...es IST DA! Und es zu verleugnen IST DIE DENKGRENZE! Wenn sie gänzlich akzeptieren würden, was nun mal DA ist, bedeutete das, die Grenze zu überwinden. Das Denkverbot zu überwinden. Dann kann die ganze Jauche abfließen. Und dann werden sie immer leerer. Immer freier. Wenn sie dann nur noch das Jetzt, den Moment, den Augenblick in sich haben, sind sie gänzlich frei, so frei, wie es im Leben geht. Und dann haben sie den Kopf frei, um in einer Intensität zu leben, die ihnen jetz vielleicht noch unmöglich scheint. Sicher ist das ein Idealzustand. Aber soll man NICHT danach streben, nur weil das so ist? Genau das ist wieder eine Einflüsterung seitens des genetischen Codes. 'Es ist sinnlos...versuche es gar nicht erst...es hat keinen Zweck...!' Kennen Sie diese Stimme?

 

 

Glück ist die Abwesenheit von Leid.

 

Wenn sie an nichts leiden, sind sie - glücklich! So einfach ist das. Und man kann daran sehen, wieviel Leid es gibt, weil kaum jemand von sich behaupten kann, er wäre komplett glücklich. Aber stellen sie sich nur mal vor, sie hätten jeden Komplex verarbeitet, jede Demütigung verziehen, sie akzeptierten den Moment so, wie er ist...

Abwesenheit von Leid kann man herbeiführen, indem man das, was nun mal ist, vollständig akzeptiert.

'Das geht doch gar nicht...das ist Gerede...Hirngespinst...'

So dürfte jetzt der Code in ihnen flüstern bis schreien. Er will keine Experimente! Er will, dass alles so bleibt! Akzeptanz wäre Veränderung und hätte vielleicht fatale Folgen für die Stabilität!

'Lass alles so, mach weiter so, es ist schon gut so, wie es ist...'

 

Ist es das...? Was bin ich? Was bin ich und was WILL ICH SEIN?

 

Wenn sie einen Moment zu glauben wagen, dass Freiheit und Glück existiert und man es tatsächlich erreichen kann, dann haben sie das, was statt bloßem Überleben auf einmal LEBEN ist!

 

 

 

Kapitel Anfang

6.Teil

Entwickeln

 

 

Der Beginn der Entwicklung als und zum Menschen mag so aussehen:

'Ich bin an irgendeinem Punkt einer Entwicklung...Ich bin ein Wesen der Gattung 'Mensch', dessen bisheriges Ziel einzig das ÜBERleben war. Wie bin ich eigentlich? Was will ich eigentlich? Und will ich so bleiben?...'

Sich auf diese Fragen ENDLICH KONKRET ZU ANTWORTEN, das ist der Beginn! Auch wenn für diese Fragen am Anfang jeweils zehn neue auftauchen, es wird sich lohnen! Denn die Fragen sind NICHT unendlich. Am Ende ist nur eine übrig, die man nicht beantworten kann. Alle anderen Fragen sind dort völlig unbedeutend! Die Frage ist: 'Warum?'

Das finale WARUM und es ist nicht zu beantworten. Aber eben das ist unterm Strich ALLES, was uns als Menschen die Demut erlangen und behalten lässt! Ohne das letzte WARUM wären wir sofort Opfer des absoluten Größenwahns.

 

 

 

 

 

Kapitel Anfang

 

 

 

 

Kapitel 6

 

 

Menschwerdung als Ziel

 

 

Der Begriff ist schwierig, aber ich glaube, treffend. Wenn man die Spanne lebensfähiger (und lebensWILLIGER) Menschen als irgendwo zwischen FAST absolut ‚böse‘ und FAST absolut ‚gut‘ einordnet, kann man auch dem Begriff 'Menschwerdung' eine greifbare Bedeutung geben. Die, die nahe an absolut böse sind, sind die, die nichts tun als ÜBERleben, bedingungslos. Das ist das TIER. Die, die nahe an absolut gut sind, würden sich ohne Zweifel selbst körperlich aufgeben, um etwas für sie Sinnvolles zu erreichen, ihrem Leben einen Sinn zu geben, der ein anderer ist als: bedingungsloses Überleben. Ein Zeichen setzen, zum Beispiel. Helfen. Lehren. (Wer war das noch...? ;-) )

Je weiter man sich nun in Richtung 'gut', (ich sag immer noch ‚gut‘, weil es erstmal anschaulicher ist), entwickelt, um so mehr kann man demjenigen auch gefühlsmäßig mehr ‚menschliche‘ Qualitäten zugestehen. Und tatsächlich würde man dann, zumindest konsequenterweise, erst denjenigen MENSCH nennen dürfen, der es gar nicht mehr sein will, bzw. den es gar nicht mehr interessiert, irgendetwas zu sein.

Und tatsächlich wird man erst ganz Mensch, in diesem Sinne, durch, tja, das, was man Tod nennt.

Der Tod ist erstaunlicherweise die ERFÜLLUNG der Menschwerdung!

Totales Einssein, totales Loslassen. Die Überwindung des Dualismus von 'Ich und alles Andere'. Die Beantwortung der Fragen 'Was bin ich und was will ich?' Gewissermaßen das ZUHAUSE, denn hier vermischen sich die Begriffe Mensch und Gott. Es ist nichts, wovor man Angst haben muss. Wie gesagt scheint es überhaupt nicht erstrebenswert, dieses Endstadium zu erreichen, aber das Gefühl hat man nur, wenn man nicht weiß, wie sich das anfühlt. Dieses Stadium abzulehnen zeigt, dass der Ablehnende (noch) in seinen Schutzprogrammen verhaftet ist. Wenn man sich ehrlich prüft, wird man feststellen, wenn man denn diesen Zustand als unsinnig ansieht, dass man sich nicht eine Sekunde lang WIRKLICH mit dieser Vorstellung, so sein zu können, BESCHÄFTIGT hat. Es wird einfach geblockt. Und weiter Geld verdient und/oder anderen auf die Fresse gehauen.

Oder:

'Ach, das wäre sooo schön, wenn ich das könnte... Ich wääre soo gerne so ein Mensch... aber ich bin, wie ich bin... leider... schnüff...'

An diesem Punkt muss einmal gesagt werden, dass jeder Mensch genau das tut, was er TUN WILL!! Und er tut nicht, WAS ER NICHT TUN WILL! Es laufen diese Programme, ohne Zweifel. Aber es sind immer nur HandlungsVORSCHLÄGE! Unter jedem Programm, unter allen Programmen, denen sich ein Mensch unterwerfen kann, ist DER MENSCH, der sich den Programmen, gewissermaßen aktiv, unterwirft! Es ist IMMER eine Instanz da, die, ob groß, klein, wahrgenommen oder verleugnet, unbeteiligt ist und nur zusieht. Ganz tief drin.

Dieses unbeteiligte Wahrnehmen – ist der Mensch. Der Mensch, der am Ziel ist, nämlich unbeteiligt, man könnte auch sagen: GELASSEN!

Das ist das Ziel, die absolute Gelassenheit.

Und ein Abstand zu sich und der Umwelt, zu seinen eigenen Gedanken und Gefühlen, ist höchst hilfreich, ihn zu erreichen! Vermutlich werden einige Seelenheilkundler hier schon gefährlich krankes Gedankengut sehen, aber es ist tatsächlich möglich und HILFREICH, sich selbst beim denken und fühlen ZUZUSEHEN! Und oft genug zu stöhnen und fast zu  verzweifeln –

'Warum hab ich das denn gemacht/gesagt/gefühlt/gedacht/gewollt....'. Leider hören hier die meisten einfach auf! Machen weiter, wie immer und BEANTWORTEN DIE FRAGE NICHT! Zur Erkennung und Überwindung der Programme ist eine ANALYSE der Situation und der Denk-, Fühl-, Wollens- und Handlungsmuster aber Voraussetzung. Aber eine Analyse kriegen ja nur Kranke, nicht? Dann muss man das selbst in die Hand nehmen. Sein eigener Analytiker werden, sein eigener Beichtvater, sein eigener ERLÖSER! Das mag arrogant und anmaßend scheinen, aber das ist es nicht. Das ist es nur, wenn man sich selbst Denkverboten aktiv unterwirft!

Wenn man übrigens ‚Unmenschlichkeit‘ bzw. bedingungsloses ÜBERleben, als ‚krank‘ definiert, und wir definieren uns ALLES selbst, dann ist erst ganz ‚gesund‘, der nach obiger Definition Menschgeworden ist! Der Tod als Gesundung, viele Selbstmörder geben sich ihm auf der Suche nach Heilung viel zu früh, eitel und verbohrt leidend, hin. Den Tod als völliges Gesundwerden muss man sich erst, ich hätte fast gesagt: verdienen, aber ich sage mal: erarbeiten. Durch das Leben. Und das Leben hat so viel, ist so reich, ist so spannend und lustig und traurig und dramatisch.

Lächerlich. 

Überwältigend erhaben!

Und es ist Aufgabe, wenn man den Tod so gelassen erwarten möchte, dieses Leben verdammt nochmal zu NUTZEN! Um sich zu ENTWICKELN! Um das, was das Leben bedeuten sollte, wie Weizen von der Spreu zu trennen. Um leise, aber fest sagen zu können, ohne die Augen niederzuschlagen oder rot zu werden:

Ich werde ein Mensch. Ich lebe.

Und tatsächlich zu ahnen.

Was.

Das.

Bedeutet.

Was ich bin? Ich bin ein Mensch auf dem Weg zur Menschwerdung!

Und welche Möglichkeiten, welche überwältigende Flut an Möglichkeiten das Leben bietet. Möglichkeiten, es auf alle erdenklichen Weisen auszukosten und nicht auf Kosten anderer! Das heißt nicht, dass es weniger schwierig wird. Es ist nur auf einmal ganz leicht! Wenn man sich nicht mehr wehrt, wenn man die Probleme als AUFGABEN sieht, die einem das Universum nun einmal stellt. Und sie nicht als Ruhestörung, (ist da schon der Wunsch nach Nirwana? ;-) ), begreift, sondern als willkommenste Ereignisse, an denen man wächst und gedeiht, sie benutzt um zu lernen, immer eleganter und immer schöner zu werden. Immer gelassener. Immer bewusster. Seine Programme immer genauer zu kennen, sie zu definieren und zu LASSEN. Um die umfassende GELASSENHEIT als Ziel zu haben.

 

 

Die ANALYSE ist nötig, um gesund zu werden.